Die Arbeitsbegleitung des OÖ Hilfswerks gibt Jugendlichen Starthilfe bei der Eingliederung in die Arbeitswelt. Zur Zeit werden in Bad Ischl 25 und in Gmunden 11 junge Leute betreut
Im inneren Salzkammergut ist Maria Leitner für die individuelle sozialpädagogische Betreuung von Jugendlichen zuständig. Zur Zeit sind es 19 Personen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren, die eine Jobbegleitung in Anspruch nehmen. Da es Einzelberatungen sind, so erzählt Leitner, könne ganz individuell auf die Jugendlichen eingegangen werden. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Gründen:
Einige wissen nicht, was sie nach der Schule machen sollen, was sie werden wollen. Andere steigen aus der Schule aus und wissen einfach nicht weiter. Wieder andere haben keinen oder nur einen schlechten Schulabschluss.
Die Betreuung ist gratis und kann bis zu einem halben Jahr dauern. Zusammengearbeitet wird mit vielen anderen sozialen Einrichtungen, wie dem Arbeitsamt, Jugendzentren, Vereinen etc. Jedem Jugendlichen stehen 22 Betreuungsstunden zu. „Leider zu wenig", wie Leitner bedauert", aber wir müssen leider wie so viele andere Sozialeinrichtungen sparen".
Der Bedarf wird immer größer
In Gmunden sind es zur Zeit 11 Jugendliche, die das Job-Coaching in Anspruch nehmen. Isabella Nagl ist für den Raum Gmunden, Vorchdorf bis Vöcklabruck zuständig. „Der Bedarf", so schildert sie, „wird immer größer". Junge Leute, die schon lange einen Arbeitsplatz suchen, erzählt Nagl, seien besonders dankbar, dass wir sie unterstützen. Denn oft sind sie nach zahlreichen Absagen am Boden zerstört. Mit Bewerbungs- Motivations-Trainings-Einheiten könne das Selbstbewusstsein wieder erheblich gestärkt werden.
Und wer glaubt, dass es nur schlechte Schüler seien, die keinen oder nur schwer einen Job bekommen, der irrt. Leitner und Nagl betonen, dass selbst Schüler mit einem Super-Zeugnis in der heutigen Lage nur schwer einen für sie geeigneten Arbeitsplatz finden.
Was natürlich nicht fehlen darf, da sind sich die beiden Arbeitsbegleiterinnen einig, ist die freiwillige Teilnahme sowie Motivation des Jugendlichen. Es nutzt nichts, wenn Eltern ihre Kinder gegen ihren Willen herschicken. Auch die Realität dürfe nicht aus dem Auge gelassen werden. Es kostet trotz allem Mühe und Anstrengung, um einen Job zu bekommen. Wer glaubt, so Maria Leitner, ihm werde ein Job auf einem Sibertablett präsentiert, ist bei uns an der falschen Adresse.
Einer der weiß, wie schwierig, aber gleichzeitig auch erfolgreich die Arbeitsbegleitung durch das Hilfswerk ist, ist David Tahlhammer aus Bad Ischl. Er suchte im Jahre 2006 vergebens eine Lehrstelle und nahm schließlich auf Anraten seiner Mutter hin das Service in Anspruch. „Ich hatte", beschreibt David, „mit der Situation damals schwer zu kämpfen. Keine Zukunft in der Schule, aber auch keine Lehrstelle in Aussicht. Die Jobbegleitung hat mich seelisch wieder aufgebaut!"
Die Reaktionen waren positiv
Er lernte den Umgang mit dem AMS, Bewerbungsgespräche richtig zu führen und sich eigenständig nach einer Lehrstelle umzuschauen. Die Reaktionen waren durchwegs positv, vor allem Davids Eltern waren begeistert. Die Zweifel, die einige Leute anfangs ihm gegenüber äußerten, verstummten, als sie sahen, wie positiv sich David entwickelte.
„Dies ist vor allem Maria Leitner zu verdanken", sagt David, „mit der mich noch heute eine Freundschaft verbindet. Sie hatte stets ein offenes Ohr für mich". Heute hat David seinen Traumjob als EDV-Techniker und rät allen Jugendlichen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden: „Nehmt bitte professionelle Hilfe an,dann seid ihr nicht alleine mit euren Sorgen".
Zufriedene Arbeitgeber
Auch die Arbeitsgeber aus der Region sind vom Hilfswerk begeistert. Norbert Rott z.B. (Mein Friseur Bad Ischl/Gmunden) hat bereits den dritten Lehrling aus der Jobbegleitung aufgenommen. „Ich bin sehr zufrieden mit ihnen", betont er und lobt die Arbeit des Hilfswerks. Vor allem die Nachbegleitung schätzt Rott am Job-Coaching. Und anders als bei der AMS-Vermittlung, so Rott, wisse man von vornherein, wo das Problem beim Lehrling liege und könne ganz anders auf den Jugendlichen eingehen.






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